Waldbaden und Zecken – was du wissen und beachten musst

Zecken beim Waldbaden

Als ich vor ein paar Tagen vom Waldbaden nach Hause kam, krabbelte etwas auf meinem Arm. Schnell die Brille aufgesetzt und – oh Schreck – eine relativ grosse Zecke entdeckt. Sie hatte sich noch nicht festgebissen und konnte leicht entfernt werden. Aber das war noch nicht alles: In der Armbeuge wollte sich gerade so ein Biest in die Haut bohren. Auch hier hatte ich noch Glück und konnte sie rechtzeitig vernichten.

Wie konnte das passieren? Ich hatte schon zweimal Borreliose und bin allgemein sehr vorsichtig. Aber dieses Mal hatte ich tatsächlich kein Zeckenschutzmittel aufgetragen und war mit kurzen Hosen und T-Shirt im Wald unterwegs. Eigentlich wollte ich nur die Kühe auf die Weide bringen und entschloss mich dann spontan, noch ein Stündchen im Wald zu verbringen … das wird mir bestimmt nicht wieder passieren!

Solltest du dich noch nicht mit dem Thema Zecken auseinandergesetzt haben, lies bitte unbedingt weiter!

Was sind Zecken? Käfer? Spinnen?

Zecken sind kleine Parasiten, die zur Gruppe der Spinnentiere gehören. Sie sind weltweit verbreitet und kommen vor allem in waldreichen Gebieten vor. Zecken können sich von menschlichem oder tierischem Blut ernähren. Sie springen ihre Opfer nicht an, sondern werden beim Laufen durch Gestrüpp oder hohes Gras abgestreift. Glücklichweise stechen sie auch nicht sofort zu, sondern krabbeln eine Weile auf der Suche nach einer geeigneten Stelle auf der Haut umher.

Welche Gefahr geht von Zecken aus?

Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen, wie zum Beispiel Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die unbehandelt zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann. Symptome können Gelenkschmerzen, Fieber und Müdigkeit sein. Im schlimmsten Fall gleichen die Symptome, wird die Krankheit nicht behandelt, nach Jahren einer MS. FSME ist eine virale Infektionskrankheit, die das zentrale Nervensystem angreift und unter anderem zu Hirnhautentzündungen führen kann. Diese Krankheiten können das körperliche und seelische Befinden stark beeinträchtigen und im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein.

Es gibt keine Impfung gegen Borreliose, die Krankheit kann aber durch hohe Dosen Antibiotika, die während mehrerer Wochen genommen werden müssen, behandelt werden. Gegen FSME gibt es Impfungen, jedoch keine Behandlungsmöglichkeit, wenn man die Krankheit erwischt hat.

Wie kann ich mich vor Zecken schützen?

Es gibt einige Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um dich vor Zeckenstichen zu schützen:

1. Trage helle Kleidung: Zecken sind als dunkle Flecken auf heller Kleidung leichter zu erkennen.

2. Verwende Insektenschutzmittel: Insektenschutzmittel, die können Zecken abwehren. Trage das Spray auf Hautpartien auf, die nicht von Kleidung bedeckt sind. Als wirksames natürliches Mittel gilt Kokosöl. Es sollte aber alle zwei bis drei Stunden neu aufgetragen werden.

3. Bedecke deine Haut: Trage lange Hosen und langärmlige Oberteile, um deine Haut vor Zecken zu schützen. Stecke die Hosenbeine in die Socken, um Zecken das Eindringen zu erschweren.

4. Untersuche deinen Körper nach Outdoor-Aktivitäten: Nach einem Tag im Freien solltest du deinen ganzen Körper auf Zecken absuchen. Besonders gründlich solltest du dich in den Achselhöhlen, zwischen den Zehen und in der Leistengegend untersuchen.

Was passiert, wenn ich eine Zecke am Körper entdecke?

Wenn du eine Zecke an deinem Körper entdeckst, ist es wichtig, sie schnell und richtig zu entfernen. Verwende dazu eine Zeckenzange oder -karte, um die Zecke möglichst nah an der Haut zu greifen. Ziehe die Zecke dann langsam und vorsichtig heraus, ohne sie zu quetschen. Achte darauf, dass der Zeckenkopf mit entfernt wird, da sonst die Gefahr einer Infektion steigt. Desinfiziere anschließend die Einstichstelle und beobachte die Stelle für einige Wochen!

Bildet sich ein roter Fleck, kannst du ihn mit einem Kugelschreiber einkreisen und so besser beobachten, ob er sich ausbreitet. Zeigt sich in der Mitte eine hellere Stelle, dann unbedingt ab zum Arzt!

Waldbaden und Zecken

Waldbaden, also das bewusste Verweilen und Entspannen in der Natur, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Es bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile, wie Stressabbau und Stärkung des Immunsystems. Allerdings besteht auch beim Waldbaden die Gefahr eines Zeckenstichs. Daher ist es wichtig, beim Betreten von Waldgebieten die oben genannten Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Auch hier gilt, sich nach dem Aufenthalt im Wald gründlich auf Zecken zu untersuchen und gegebenenfalls die Zecken richtig zu entfernen.

Es ist empfehlenswert, sich nach einem Waldaufenthalt gründlich abzuduschen. So entfernst du Zecken, die sich noch nicht in die Haut gebohrt haben und verschleppst sie nicht aufs Sofa oder gar ins Bett.

Werde ich nach jedem Zeckenstich krank?

Nein, nicht jede Zecke ist mit einer Krankheit infiziert. Auch hängt es von deinem Immunsystem ab, ob eine Borreliose gefährlich wird. Manche Menschen spüren gar nichts, andere lediglich leichte Grippesymptome.

Es ist übrigens ein Irrglaube, dass es in der Höhe keine Zecken mehr gibt. Auch auf über 2000 Metern kannst du noch von einer Zecke gestochen werden.

Hier findest du eine Übersicht über Risikogebiete in der Schweiz.

 

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